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Diese Frage haben wir für unsere Pfarreiengemeinschaft über dieses Jahr 2021 als übergeordnetes Thema gewählt.
Die Corona-Pandemie mag man auch als (göttlichen?) Hinweis, in jedem Fall aber zum Anlass nehmen, sich diese Frage immer wieder zu stellen.

Wie wollen wir leben? Wie will ich leben? 
Wie soll es weitergehen?

Diese Frage haben sich vermutlich auch die Jünger gestellt, die sich vom leeren Grab aus aufgemacht haben und nach Emmaus gegangen sind.
Über den Sinn der Wanderung nach Emmaus, warum sie dorthin gingen, schweigt sich der Evangelist Lukas aus.
Vermutlich wollten sie einfach nur weg, sich „den Kopf freilaufen“, wie wir heute vielleicht sagen würden.
Für sie ist ein Lebenszweck zerbrochen – sie haben sich einer Sache, eben Jesus, ganz verschrieben, ihr Leben darauf aufgebaut und dann stirbt dieser Sinn ihres Lebens am Kreuz.

Auch wir kennen solche Situationen – im Großen wie im Kleinen.
Auch durch Corona wird bei vielen in diesen Monaten das Leben auf den Kopf gestellt, bis hin zur Gefährdung ihrer Existenz.

Immer wieder hören wir auch den Satz: Wir wollen unser „normales“ Leben zurück.
Aber was ist denn das normale Leben? Wer gibt Normalität vor? Was wird zur Norm erhoben?

Ist es der Urlaub, der in jedem Fall in ferne Länder führen muss, wobei nur einmal im Jahr schon nicht mehr normal ist: Zu Weihnachten, Ostern, Pfingsten und im Herbst muss man auch noch schon mal weg.

Oder ist es normal, dass Kinder schon mit 8 Wochen in Kinderkrippen untergebracht werden, weil beide Elternteile arbeiten müssen, sei es tatsächlich aus finanziellen Gründen oder eben der Selbstverwirklichung und der politisch gewollten Norm wegen.
Oder ist es normal, dass man mit einem Gehalt und einem soliden Beruf nicht mehr eine Familie ernähren kann?

Oder ist es normal, dass man mit seinen eigenen Kindern nichts mehr anfangen kann, wenn man – wie in Corona – auf die Kernfamilie zurückgeworfen wird?
Wenn man genau hinsieht, hängen diese vier Fragen sehr eng miteinander zusammen und wir landen wieder bei der Ausgangsfrage: „Wie wollen wir leben?“ und „Was ist die Basis unseres Lebens?“

Den Jüngern gingen die Augen auf, als sie Jesus am Brotbrechen erkannten. Für sie gab es neue Hoffnung in ihrer Lage.
Auch wir brauchen unser Emmaus-Erlebnis: In einer scheinbar aussichtslosen Lage, in einer Sackgasse bekommen wir von außen einen Ausweg gezeigt.
Vielleicht ist die Pandemie ein solcher Impuls, darüber nachzudenken, was tatsächlich die Essenz unseres Lebens ist.
Als Christen können wir in jedem Fall darauf vertrauen, dass wir in allen Lebenslagen getragen werden, wenn wir den Mut haben, uns auf die Botschaft Jesu einzulassen.

Halleluja!

(Peter Pospiech)

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