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Begegnungs-Café auf dem Friedhof im August

Es war wieder ein sehr heißer Tag, trotzdem sind erstaunlich viele Menschen der Einladung zum Friedhofscafé auf dem Neuen Friedhof in Estenfeld gefolgt. Schon bei der Gesprächsrunde zu Beginn in der kühleren Aussegnungshalle war spürbar, wie sehr der veränderte Umgang mit dem Thema Sterben, Aufbahrung und Bestattung im Wandel der Zeit die Menschen bewegt, wohl auch was sie bedauern und vermissen, weil vieles an würdiger Abschiedskultur aus früherer Zeit verlorengegangen ist, weil man den Tod mehr und mehr aus dem Leben verbannen will.
Der Friedhof ist dann der Ort, an dem wieder eine Begegnung mit den Verstorbenen stattfinden kann – anders als im Leben, aber intensiver oft als im sonstigen Alltag.
„Wenn wir auf dem Friedhof sind und unseren Lieben nahe sein wollen, ist genau an diesem Ort ein Fenster, das nur angelehnt ist. Ich glaube, die Fenster zu einer geistigen Dimension gehen am Friedhof leichter auf als zu Hause“, schreibt Claudia Cardinal in ihrem Buch „Wir sehen uns“.

Und so war die Atmosphäre bei unserem Friedhofscafé getragen von einer Ernsthaftigkeit, die aber keine Schwere hatte. In zwei Gruppen haben wir Gräber mit Himmelssymbolen ge- und besucht und gemeinsam überlegt, was sie generell, aber auch für jeden einzelnen aussagen. Da gab es erstaunlich viele Grabsteine mit Sternen, dann war auch der Sonnenauf- oder -untergang ein Thema und nicht zuletzt der Regenbogen, die Brücke zwischen Himmel und Erde. Mit kurzen Texten und Liedern fanden die jeweiligen Stationen einen würdigen Abschluss.

Beide Gruppen trafen sich dann zum Ende dieser Begehung auf dem erst im Herbst vergangenen Jahres von der politischen Gemeinde neu geschaffenen Sternenkinderfeld. 

Hier hielten wir länger inne. Es gab berührende Momente durch sehr persönliche Schilderungen und Zeit, sich in den ganz besonderen und schmerzhaften Verlust von Familien einzufühlen, die so früh ein sehnlichst erwartetes Kind verlieren. 

Nach diesen tiefen Eindrücken tat eine Stärkung mit Kaffee, Kuchen und Erfrischungsgetränken gut. Das Team Trauer-Café stellte in Aussicht, dass dieses Format in Zukunft auch auf den anderen Friedhöfen unserer Pfarreiengemeinschaft Fortsetzung finden wird.

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Was ist der wichtigste Ort in einem Ort? Mittlerweile schon lange nicht mehr die Kirche.

Der Friedhof aber hat für viele Menschen Bedeutung, ganz unabhängig von Glaubenshaltung und Religionszugehörigkeit. Denn, wie der Name schon sagt, ist der Friedhof der Ort, an dem unsere Verstorbenen Frieden finden. Auch Besucher können hier eher zur Ruhe und Besinnung kommen, nicht nur an das Ende des Lebens derer denken, die da liegen, sondern auch über das eigene Ende meditieren. „Lasst uns end-lichleben“ heißt ein Buchtitel mit Texten zum Thema von AlwinePaessens-Deege. Je nachdem wie man das dritte der vier Worte betont, können sie eine andere Wirkung entfalten. An dem, was es so oder so bedeutet, am Tod kommt keiner von uns vorbei. Wir kommen alle nicht lebend raus aus diesem Leben. Deshalb lasst uns endlich leben!

Hermine Pospiech, Trauerbegleiterin der Pfarreiengemeinschaft

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