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Dorf der Hausmadonnen – Folge 5 – „Lasset die Kleinen zu mir kommen“ – diese Worte Jesu zu seinen Jüngern im 19. Kapitel des Matthäus-Evangeliums prägen das Bild vom „Guten Hirten“ und stellen damit ein gegensätzliches Bild zu dem des Christus-König - Herrscher der Welt, dar, der am Christkönigsfest - dem letzten Sonntag im Kirchenjahr – gefeiert wird.

Die Abbildung Jesus als dem „Guten Hirten“, der die Kinder zu sich ruft, ist in die Außenfassade des ehemaligen Schwesternheimes und der früheren Kinderbewahranstalt Kürnachs – das heutige Haus der Vereine - eingefügt. Es fällt kaum auf, seit durch die Neugestaltung des Kirchplatzes Bäume davor gepflanzt wurden.

Der gute Hirte Jesus schart die Kinder um sich, stellt sie in die Mitte und belehrt seine Freunde: Er erklärte ihnen, dass der Schlüssel ins Himmelreich die Annahme der Kinder bedeutet. Wer wird wie ein Kind, dem gehört das Himmelreich.

Diese von Zuneigung erfüllte Aussage und Haltung verdeutlicht, dass Jesus nicht auf große, mächtige Taten schaut, sondern auf die kleinen Taten der Menschen, die sich um die mühen, die der Beachtung und Hilfe bedürfen.

Das Bild des Christus als König und Herrscher ist eine sehr weltliche und menschliche Sichtweise, wenngleich dieses Fest „Christkönig“ aussagen möchte, dass Christus der Erlöser der Welt ist, der für den Christen das Himmelreich am Ende der Zeiten verspricht und daher wie ein König verehrt wird.

Jesus hat sich immer als den Dienenden, den Liebenden gezeigt, als den, der sich nieder bückt, aufrichtet, heilt was schwach ist und eine helfende Hand schenkt. So ist dieses Bild an der Fassade des ehemaligen Schwesternheimes auch zu verstehen.

Er gibt durch sein Handeln den Menschen – damals seinen Jüngern konkret – ein Beispiel, dass auch wir so handeln. Und so entsteht ein Stück Himmelreich bereits auf Erden. Dazu ist keine Macht nötig. So hat dieses Fest „Christkönig“ seinen verständlichen Platz am Ende der Zeit eines jeden Kirchenjahres.

Johann Kaspar, Johann Georg und Maria Barbara Fleischer haben das frühere Schwesternhaus im Jahre 1894 zur Errichtung einer Kinderbewahranstalt unter der Leitung von Schwestern gestiftet. Ein Jahr später, 1895, wurde die Anstalt vom damaligen Pfarrer Müller und den drei Stiftern an die Gemeinde übergeben. Schwestern der Dillinger Franziskanerinnen zogen dort ein und leiteten den Kindergarten bis Anfang der 80er Jahre.

Ausführliche Berichte über das Leben und Wirken der Schwestern in der Kinderbewahranstaltung und späteren Kindergarten sind in der Kürnacher Ortschronik nachzulesen.

Heute ist aus dem Schwesternhaus durch ein Gemeinschaftsprojekt mehrerer Vereine in Form einer grundlegenden Sanierung vor einigen Jahren das „Haus der Vereine“ entstanden. So dient dieses Haus weiterhin den Menschen von Kürnach als Ort der Begegnung, der Gemeinschaft und der Jugendförderung.

 Nachtrag: Mit Ende des Kirchenjahres geht auch das von Papst Benedikt XVI ausgerufene „Jahr des Glaubens“ zu Ende. In diesen Zusammenhang wurde die Reihe der „Hausmadonnen in Kürnach“ gestellt. Ein „Jahr des Glaubens“ ist aber ein jedes neue Kirchenjahr, in dem wir den Weg als Christen im Sinne Jesu weiter gehen.

Daher wird diese Reihe der „Hausmadonnen“ fortgeführt und nimmt auch im neuen Kirchenjahr weitere Darstellungen in Kürnach in den Blick. pl

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