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Die Zeit vom Palmsonntag bis zum Osterfest acht Tage später prägen den Jahreskreis des gläubigen Christen wie keine andere im Kirchenjahr: Sie umfasst das eigentliche Geheimnis des Glaubens der Christen weltweit. Das Kreuz steht dabei im Mittelpunkt des Geschehens.

Das mit Blumen und Palmzweigen geschmückte Kreuz des Palmsonntags symbolisiert den triumphalen Einzug von Jesus in Jerusalem vor dem Paschafest. Die Anhängerschaft Jesus von Nazareth glaubt in ihm den neuen König zu erleben, der Israel erlöst: „Hosianna, dem Sohne Davids“ und „Christus, König und Erlöser“ rufen die Juden ihm beim Durchschreiten des Stadttores von Jerusalem zu. Diese Gesänge sind auch zur Palmprozession zu hören, die am Beginn des Gottesdienstes am Palmsonntag in Erinnerung des Einzugs Jesu in die Hauptstadt der damaligen römischen Provinz Syria steht.

Jesus kommt nach Jerusalem weil das Paschafest – die Erinnerung an den von Gott geführten Auszug aus Ägypten – das höchste Fest der Juden bevorsteht. Und in dieser Erinnerung feiert er als gläubiger Jude mit seinen Jüngern dieses Erinnerungsmahl – das Paschamahl, das Mahl des alten Bundes,  – und gleichzeitig als Mahl des neuen Bundes – das Abendmahl – das Erinnerungsmahl der heutigen Christen. Der Gründonnerstag steht somit zunächst in einem festlichen Rahmen in der Liturgie, wird aber am Ende des abendlichen Gottesdienstes stimmungsmäßig umkippen in die Furcht und Angst am Ölberg bei der Gefangennahme Jesu durch die römischen Soldaten.

Was Jesus am Palmsonntag noch als Triumphator einziehen lässt wird wenige Tage später zum „Kreuzige ihn“ am Karfreitag. Der Siegeszug des Palmsonntag wird zum demütigenden und schmerzvollen Kreuzweg nach Golgotha und endet mit dem Tod Jesu am Kreuz. Alles scheint zu Ende zu sein. Die Jünger Jesu fliehen in alle Himmelsrichtungen.  

Was sie von Jesus in den Tagen des gemeinsamen Unterwegsseins hätten verstehen können, aber nicht verstanden und glauben konnten, wird am Ostermorgen zur Wahrheit: Jesus Christus ist der Erlöser der Welt. Der Tod am Kreuz kann ihn nicht binden. „Er ist auferstanden“ heißt es in der Botschaft des Osterevangeliums. Das Kreuz des Karfreitag bleibt nicht das Zeichen des Niedergangs - des Endes. Das Kreuz wird am Ostertag zum Symbol der Erlösung, zum Zeichen des Sieges über den Tod. „Ich lebe und auch ihr werdet leben“ – „ich gehe zum Vater und werde euch dort Platz bereiten“ – „glaubt an das Evangelium und verkündet es allen Völkern“. Und: „Ich werde wiederkommen am Ende der Zeiten“.  

Das Kreuz hat in dieser großen heiligen Woche – in der zentralen Woche unseres christlichen Glaubens – eine große Strahlkraft. Dies zu begreifen und zu glauben braucht immer wieder die eigene persönliche Auseinandersetzung damit. Dazu wird diese Woche in besonderer Weise gefeiert.  Dieses Kreuz ist für die Christen das wichtigste Symbol, ähnlich wie es für die Juden die Menora (der siebenarmige Leuchter) und der Davidstern oder für die Moslems die Hilal, die Mondsichel und der fünfzackige Stern sind. pl

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