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Adventliche Rituale – Es ist die Woche zwischen dem ersten und zweiten Adventssonntag. Draußen ist es längst dunkel geworden. Eigenartiges Rumpeln schallt von der Empore in Kürnachs Kirche. Was geht da vor sich?Hubert Schrauth kommt die knarrende Holztreppe hinab und trägt klobige Wurzelstämme. Unten in der Nische zwischen Seiteneingang und Orgelwand sind Gerhard Schrauth mit Enkel Korbinian und Großneffe Alois sowie Reinhard Heinrich dabei, Bretter über einem Holzgestell bereit zu legen und zu befestigen: Die Kürnacher Krippenbauer sind wieder aktiv!!

Es ist ein Treiben ohne Hast und Eile, aber leidenschaftlicher Aktivität. Das Haus der Herberge steht schon und die großen und kleinen Wurzelteile werden gedreht und gewendet, angelegt und wieder gedreht, bis der Sitz passt. Inzwischen sind der 10-jährige Korbinian, Enkel von Gerhard Schrauth, und der fast 11-jährige Alois, Sohn von Hubert Heinrich, auf die Fläche gestiegen und legen die Wurzeln in die hintersten Nischen der entstehenden Krippenlandschaft. „So oder so?, oder doch lieber noch die Große dahinter?!“ so fragend Gerhard Schrauth. Reinhold Heinrich nickt zustimmend und die Wurzel bleibt so liegen. Jeder der Männer - ob jung oder älter - weiß wo er anpacken muss. 

Inzwischen haben Korbinian und Alois den ersten Korb mit Farnmoos genommen und legen die Flächen aus. „Locker müsst ihr´s legen, damit die Erde noch dazwischen geht!“ erinnert Opa Gerhard seinen Enkel.

„Ja, ja Opa, wir wissen schon, wie du des willst“ antwortet Korbinian selbstbewusst.

„Wie breit soll den der Weg nach Bethlehem sein?“ ruft Alois fragend. Reinhard Heinrich meint: „Vorne breiter, hinten schmäler werdend, so entsteht optisch die Tiefe“. Da spricht die Leidenschaft des Krippenbauers deutlich heraus. Reinhard Heinrich lebt in den Bildern der Krippe und er versteht es, seine Gedankenwelt auch den beiden Buben zu vermitteln. Die hören gut aber auch kritisch zu und geben zu verstehen, dass auch sie in dieser Krippenlandschaft längst angekommen sind. Die Gespräche der beiden Buben untereinander zeigen das: Sie diskutieren unter sich, was wie zu machen ist.

„Morgen geht es weiter“, kündigt Gerhard Schrauth das Ende der heutigen Vorbereitungen an. „Wir wollen dabei sein!“, melden sich da Alois und Korbinian.

„Wann könnt ihr?“ fragt darauf Opa Gerhard. „Morgen ist mein stressigster Tag der Woche“ deutet sein Enkel Korbinian an: „erst Klavierstunde und von 16 bis 17 Uhr Ministrantenstunde“. Da wird sich Opa Gerhard wohl doch nach den Buben richten müssen, wenn er sie dabei haben will. Und das will er! pl

In der vor uns liegenden Advents- und Weihnachtszeit begleiten wir über den Weg der Kürnacher Krippenbauer  und die Motive der Kürnacher Krippe laufend aktuell. Rein schaun lohnt sich!

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